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Zwischen fröhlich und berührt

Letzter Tage habe ich tolle Fotos von Lulugraphie / Luisa & André Sole bekommen. Die beiden haben eine Hochzeit begleitet, bei der wir die Zeremonie nach dem Essen in den frühen Abendstunden gehalten haben, sehr coole Zeit! Seiter überleg ich, welches dieser beiden Bilder ich euch zeigen soll, was ich dazu sagen möchte.
Die Fotos zeigen zwei ganz unterschiedliche Momente der Hochzeit von Pia und Michael auf dem Der Kirsch-Hof
Aber irgendwie gehören diese beiden Fotos zusammen, denn sie treffen so genau das, was für mich eine Freie Trauung ausmacht: Die Balance, das Ineinandergreifen verschiedenster Emotionen und Situationen.
Auf der einen Seite: total fröhliche, ungezwungene, lockere Momente.
Wie der Augenblick mit Pancho, einem der beiden Dackel mit denen die Braut aufgewachsen ist. Natürlich waren die beiden Hunde dabei, hatten die Ringe am Halsband. Naja, und wer kann diesem Dackelblick schon wiederstehen – spontane Hunde-Kraulerei… <3.
Auf der anderen Seite gehören für mich zu Trauungen auch immer die ruhigen, stillen Momente.
Innehalten an einem wichtigen, schnellen, aufregenden Tag. Einen Augenblick des „Nichts Tuns“, zum Seele-Baumeln lassen, zum Glücklich sein. Wie der Augenblick, als die beste Freundin einen Song von Muse auf dem Keyboard spielt. Das war so unglaublich berührend. Kennt Ihr das? Wenn ganz sanfte Augeblick unglaublich viel Kraft verströmen?
Danke Pia und Michael.

Es wundervoll, in der blauen Stunde diese tolle Hochzeit mit Euch zu feiern.

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Mittendrin….

Stefanie Kunde von Kundefotografie hat mich im Mai bei der Hochzeit von Mariana und  Andre auf Kammesheidt begleitet, und dabei sind diese schönen, lustigen und besinnlichen, ganz echten Fotos entstanden. Ein kleiner Eindruck in Bildern, wie eine Trauung ablaufen kann 🙂

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Handy am Ohr, bei der Hochzeit? Klar, zumindest zu Beginn, denn es gibt so einiges zu koordinieren, wann die Braut von wo ankommt, wo sie denn nun wirklich genau ist…das kann je nach Entfernung – und Fahrzeug…schon mal ganz schön spannend werden.

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Die Gäste setzen sich, und keiner versteckt sich in hinten, auch wenn es einige gern versuchen…. aber mit sanfter Hilfe 🙂 finden irgendwann alle ihre Plätze und auch die vorderen Reihen sind gefüllt.

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Nun sind alle bereit, wenn, ja, wenn alle Handys ausgestellt werden, zur Sicherheit kontrolliere ich dann auch lieber bei mir noch mal, besser ist das….

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Und dann kommt die Braut, und wenn sich das Paar dann anschaut, wenn alle so richtig sehen und fühlen: jetzt, hier passiert was Besonderes… ist das einfach oft ein sehr bewegender Moment, für alle, auch für mich.

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Im Verlauf der Zeremonie gibt es Augenblicke, in denen wir alle lachen, und Momente, die einfach sehr berührend sind. Ich erzähle vom Paar, was die beiden verbindet, warum wir alle uns an diesem Tag zusammenfinden, was die Liebe dieser zwei Menschen ausmacht. Dabei rede ich echt wörtlich mit Händen und Füßen, mit vollem Einsatz und bin aus ganzem Herzen dabei.

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Das Eheversprechen, der Ringtausch sind für mich immer das Zentrum der Zeremonie, denn darum geht es, diesen Augenblick zu teilen, zu genießen. Das Ja Wort ist dann ein ganz besonderer Moment, und die Anspannung bis hierhin löst sich dann oft beim Kuß auf, mit Lachen und Applaudieren und strahlenden Gesichtern.

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Manchmal wird eine Hochzeitskerze entzündet, und diese sollen gern auch alle Gäste sehen!

Nina-0371Bei all den Emotionen, bei all der Aufregung am Hochzeitstag finde ich es wichtig, Momente zu finden und einzubauen, in denen nicht passiert. Wenn dann Musik erklingt, können das Gäste und Brautpaar und ich einen Augenblick genießen: Stille und Ruhe, die an Hochzeitstagen  so selten ist.  …Nina-0122

Und so wie ich oft die Erste bin, die das Paar zu Beginn der Zeremonie in den Arm nimmt, freu ich mich auch immer sehr, nach der Zeremonie die erste Gratulantin sein…. …. und nehm das frisch getraute Paar in den Arm.

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Hochzeiten sind bunt, sind lebendig, sind fröhlich, sind tollll!!  Vorher und nacher und zwischendurch und … ich liebe es!

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Vor einigen Wochen haben ich im Münsterland 2 Menschen getraut, die seit 10 Jahren verheiratet sind. Die beiden sind sehr in ihrer Gemeinde eingebunden und engagiert, und eigentlich träumten die beiden davon, nach 10 Jahren auch kirchlich zu heiraten, ihre Liebe, ihre Ehe unter den Schutz Gottes zu stellen.
Aber aus verschiedensten Gründen war weder eine katholische Hochzeit noch eine freie Trauung in einer Kapelle möglich, denn, auch große Schiffe ändern ihren Kurs, aber eben sehr sehr langsam. Es begann ein langer Weg, ein Kampf, manchmal ein Krampf, nicht nur für die beiden, sondern für viele und für viele oft frustierend. Menschen, sich so lange kannten, die so viel miteinander im Dorf, in der Gemeinden zu tun haben und auch bewegen, sind an die Grenzen dessen geführt worden, was Kirche zulässt, was geht, und was nicht. Ich bewerte das hier nicht, denn Wertstabilität ist auch eine Qualität, die unserer schnell-lebigen Zeit eben stabile Werte gibt.
Aber einfach nix machen, es bei der standesamtlichen Trauung zu belassen kam für die beiden auf keine Fall in Frage.                                                                                                      Also haben wir uns getroffen und überlegt, wie eine Trauung aussehen kann, die wichtig nimmt, was wichtig ist. Da Glaube, Kirche, Religion sehr sensible Bereiche bei jedem Einzelnen sind, war es auch wichtig, dass niemand sich verletzt oder übergangen fühlt, wir keine Grenze überschreiten, die vielleicht vor allem andere sehen, und es vor allem die Trauung wird, die für das Brautpaar und deren Kinder genau richtig und toll wird.

Und das war es dann auch, inkl. Überraschungen: Der Gemeindepriester hat 2 Wochen vor der Trauung angeboten, die Eheringe der beiden zu segnen, und konnte so als Vertreter der Kirche seinen Teil im erlaubten Rahmen zur Trauung der beiden beitragen. Die Freundin, die „nur“ mit der Gitarre anrücken sollte, hat diese zu Hause gelassen – und dann mit weiteren Freunden statt dessen die Lieder a capella gesungen, wundertoll!

Während der Zeremonie hab ich dann bei der Trauansprache Bezug auf einen Bibelvers genommen, den sich die beiden ausgesucht haben, Kol 3,

13 Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.

Außerdem hatten sich die beiden einen Text von Jörg Zink ausgesucht und auch ein Lied, das wir alle dann miteinander gesungen haben, und das die Organistin der Gemeinde begleitete.

Wir haben keinen Gottesdienst gefeiert, sondern eine Hochzeit, bei der Gott ganz deutlich und hörbar dabei war, genauso, wie es sich das Paar gewünscht, genauso, wie es gut und richtig war.

Und ich weiß genau: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag… gilt ganz besonders für Judith und Michael.

Danke, dass ich Euch bei Eurer Hochzeit begleiten durft.

Eine besondere Erfahrung…. Hochzeit im Steinbruch

Eine ganz besondere Location haben Ben und Marcy für Ihre Trauung gefunden.

Ein stillgelegter Kalksteinbruch in Wülfrath, eigentlich ein Experience-Center für Geländewagen, war Ort der Hochzeit. Völlig beeindruckende Kontraste von Mondlandschaft und jungen Bäumen, Schotter und Geröll und dem liebevoll dekorierten Festsaal im Zelt.

Stilecht kam der Bräutigam mit einem fetten John Deere Traktor vorgefahren, und genauso stilecht die Braut im wundervollen alten Benz.

Irgendwie alles voller Gegensätze… und doch: der größte Unterschied zwischen den beiden ist laut Ben: „das Marcy soviel kleinre ist als ich“, mind 30cm…. Denn die beiden sind so glücklich miteinander, das der einzige Augenblick in unseren Gesprächen, an dem die beiden ins Grübeln kam, die Frage nach dem letzten Streit war.

Und ich hab dem Michelin-Männchen zum Abschied noch die Hand gereicht 🙂

Collage Ben und Marcy

 

 

… almost 60 years ….

(link to the german article)

When two people are about to marry, usually some things already have happened:

Getting to know each other, being light-headed, falling in love. Usually they live together and had to conquer the necessary obstacles of daily live such as shopping and cleaning up as well as enjoying the wonderful moments together, big and small ones.

The knowledge to have found the one and only person for the rest of your live is often obtained by moments of great happiness and the joy of sharing them.
And by the experience that you are not alone in times of deep weakness and sometimes in moments of your heart’s anguish.

In the weddings I officiate I try to let everyone take part, the couple and their families, the friends, all the people who are there on this special day.
Take part in these special moments. Without being too detailed about them, more like telling how the couple felt, when these situations happened in their live. Always gentle and carefully, and joyfully and smiling with all of you about the things worth laughing.

When, like today, the bride´s grandparents are with us, who are going to celebrate their 60th!!!! wedding anniversary next year, that´s alone a great honour and a wonderful perspective for all of us in this fast live we life in.

When Peter and Geda stepped up to me after the wedding today and told me, that, aside of their own wedding, the ceremony today was one the nicest they ever had attended, I was and still am deeply touched. I feel deeply honoured. And I guess, I did manage it a bit to share the special magic of this couple´s love.

Gerda and Peter, I became acquainted to You today. It is a great pleasure for me.

More about the wedding of Ariel and Anna at Füllinger See/Cologne soon to come here. But that’s also something a blog is good for: to share the things which make my soul like overflowing.

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… fast 60 Jahre …

(link zum englischen Artikel)

Wenn zwei Menschen heiraten, ist meist schon einiges passiert… Kennenlernen, Schmetterlinge im Bauch, Verliebtsein.
Meist wohnt man heute vor der Hochzeit zusammen, und hat den gemeinsamen Alltag erprobt, mit allen den notwendigen Niederrungen zwischen Einkaufen und Putzen, und den wundervollen gemeinsamen Augenblicken, den kleinen und großen.
Oft entwickelt sich die Gewissheit, den richtigen Menschen für den Rest des Lebens gefunden zu haben, aus den Augenblicken großen Glückes, und der Freude, dieses zu teilen
Und aus der Erfahrung, dass man in den Situationen großer Schwäche und manchmal auch tiefer Seelennot nicht alleine ist.

Ich versuche in meinen Trauungen alle, das Paar und die Familie, die Freunde, alle Menschen, die diesen besonderen Tag mit dem Brautpaar teilen möchten, mitzunehmen. Zu diesen besonderen Augenblicken, gar nicht, um Details zu auszuplaudern, sondern eher um davon zu erzählen, wie sich das Brautpaar in solchen Augenblicken gefühlt hat, wo diese besonderen Momente in ihrem Leben waren. Immer vorsichtig und sanft, und sehr gern fröhlich und mit Euch allen lachend.

Wenn dann, wie heute, die Großeltern der Braut mitfeiern, die nächstes Jahr 60, also s.e.c.h.z.i.g. <3 Jahre verheiratet sind, ist das allein schon eine große Ehre, eine wunderbare Perspektive für uns alle in dieser schnellen Zeit.

Wenn dann Peter und Gerda nach der Trauung zu mir kommen, und mir sagen, dass es, abgesehen von ihrer eigenen, ein der schönsten Hochzeiten war, an der sie teilgenommen haben, dann bin ich sehr gerührt. Sehr geehrt. Und denke, dass es mir ein bisschen gelungen ist, den besonderen Zauber der Liebe dieses Paares zu vermitteln.

Gerda und Peter, ich habe Euch heute kennenlernen dürfen. Es ist mir ein große Freude.

Mehr zur Hochzeit von Ariel und Anna am Füllinger See bald hier. Und auch dafür ist ein blog gut: Dinge, die meine Seele überfließen lassen, mitzuteilen.

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Sibylle Borgemeister, Christine Buschkamp gefällt dieser Artikel